Material und Methoden: Kinder mit refraktärer OAB und Inkontinenz wurden in ein prospektives, offenes Protokoll eingebunden. Studieneinschlusskriterien waren persisitierende Symptome trotz medikamentöser und Verhaltenstherapie, die Abwesenheit korrigierbarer neurologischer Anomalien und partieller klinischer und urodynamischer Response auf die optimale Dosis eines gut tolerierten, lang wirksamen Anticholinergikums. Die Patienten wurden alle drei Monate prospektiv geprüft. Der primäre Endpunkt war die Wirksamkeit in Bezug auf Kontinenz, der sekundäre Endpunkt die Tolerabilität und Sicherheit.
Ergebnisse: 14 Mädchen und 19 Knaben wurden in die Studie eingeschlossen und über mindestens drei Monate beobachtet; die Diagnose lautete bei 19 Patienten neurogene Blase, bei 14 Patienten OAB. Das mittlere Alter zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie betrug zwölf Jahre; die doppelte Medikation wurde im Mittel über 16 Monate gegeben (minimal drei, maximal 42 Monate). Die mittlere Harnblasenkapazität (+/- Standardabweichung) verbesserte sich von 192+/-92 auf 380+/-144ml. Es wurde keine Minderung der Compliance festgestellt. Der maximale Kontraktionsdruck sank von 77+/-27 auf 18+/-15cm H2O. Die Kontinenz verbesserte sich bei allen Patienten, von denen 17 trocken waren, während 14 bzw. zwei sich signifikant bzw. moderat verbesserten. Keine, leichte und moderate Nebenwirkungen wurden bei zwölf, 16 und fünf Patienten berichtet. Bei drei Patienten entwickelte sich Restharn. Blutwerte und EKG blieben im normalen Bereich.
Zusammenfassung: Bei Kindern mit refraktärer OAB ist die doppelte anticholinerge Therapie eine effektive und ernsthafte Alternative zur Chirurgie. Sowohl die Patienten als auch deren Familien zeigten sich mit diesem nicht operativen, innovativen Konzept zufrieden.
Bolduc et al.: Double Anticholinergic Therapy for Refractory Overactive Bladder; J Urol. 2009 ; Epub ahead of print



